„Mehr als kalte Füße“ – Eine Fortsetzungsgeschichte: Teil III

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Zurück im Wagen legen wir die letzten drei Kilometer bis zum Fähranleger in schweigsamer Vorfreude zurück. Endlich wieder in Sylt. Oft träume ich von der Insel. Und immer das Gleiche: Das es noch so viele unentdeckte und unbesuchte Flecken dort für uns gibt und wir schnell wieder dort sein müssen, um bloß alles zu sehen und zu erleben. Einmal vor einigen Jahren im Winter, haben wir es tatsächlich geschafft und sind die komplette Insel in jeweils Tages-Etappen am Flutsaum, Wattenmeer und Deichen umlaufen.

Näher und intensiver kann man die Insel nicht spüren. Und dennoch, es wird uns nie langweilig dort. Die Landschaft wandelt sich ständig. Überall sieht es wieder anders aus als vor wenigen hundert Metern. Die Kontraste von tosendem Weststrand, weitem Heideland, Dünenzauber und die natürliche Ruhe am Wattenmeer liebe ich besonders. Auch die Orte haben jeder für sich seinen ganz eigenen Charme, und es ist ein besonderer Genuss mit dem Fahrrad, oder noch am besten per Pedes jeden einzelnen zu entdecken. Arne unterbricht meinen Tagtraum. „Magst Du noch ein Eis? Komm, an der Bude steht grade niemand an, das schaffen wir noch!“ Gehört irgendwie zu unsrer Sylt-Anreise-Tradition. Noch ein Eis am Hafen Havneby kaufen, was dann gleich draußen auf der Fähre oben in einem der Strandkörbe genossen wird, während wir „unserer“ Insel entgegen schippern.

Auch wenn wir diesmal kurz vor Ablegen der Fähre echt spät dran sind, muss das natürlich sein! „Zwei Himbeer, zwei Walnuss bitte! Und mit Liebe…!“ gebe ich meine Bestellung auf. Mit zwei großen Bechern kommt Arne lachend wenige Minuten später zurück zum Wagen. Die Fähre hat bereits einen Großteil der PKW´s und Wohnmobile aufgenommen, als wir uns endlich in die verbleibende Schlange einreihen. An Bord verschließen wir den Volvo, und laufen den schon sehr vertrauten Weg über die Treppe nach oben zum Außenbereich der Fähre. Uff, es sind doch noch Strandkörbe frei. Wir drehen den gewählten Strandkorb Richtung Sonne und nehmen Platz. Das Eis ist wie immer ein Genuss und mit Freude spüren wir nun, dass die Fähre nach einem kleinen Ruck das Ausparken am Fähranleger beginnt. Wir nehmen langsam Fahrt auf, lassen den Hafen hinter uns, und schieben uns gleichmäßig durchs Wattenmeer. Arne nimmt meine Hand „Endlich wieder mit Dir alleine, und das an unserem Lieblingsort“.

Ich schließe meine Augen und erwidere seinen Kuss. Die letzten Monate waren wirklich dünn besät mit Zweisamkeit. Umso mehr voller Arbeit gepackt, mit vielen Teamabsprachen, Choreographie-Stunden und Auftritten. Dankbar für den Moment lehne ich mich im Strandkorb zurück, atme die Seeluft tief ein. Genieße das kitzeln der Sonne und den wunderbaren Menschen neben mir. Der mich durch alle Untiefen und Stürme des Lebens trägt. Und mir diese Reise geschenkt hat. Die Reise zu uns, die Reise nach Sylt. Arne nestelt in seiner Tasche herum, und als er sich wieder aufrichtet, hält er einen Piccolo-Sekt und zwei Gläser in der Hand. „Emma, ich möchte mit Dir anstoßen. Auf die gemeisterte Zeit, die nun hinter uns liegt. Ich wünsche uns nun entspannte Tage auf Sylt, endlich mal alleine mit Dir. Auf eine schöne gemeinsame Sylt-Zeit!“

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