Der Ehering: Ein Symbol mit Geschichte

Der Diamant - Marrying

Die meisten Paare stecken sich während der Trauung Eheringe an. Ein sehr emotionaler Moment, denn der Ring ist das für alle sichtbare Symbol für ewige Verbundenheit und Liebe zweier Menschen. Den Wunsch, dem anderen ein Liebespfand zu überreichen, gibt es schon seit Anbeginn der Menschheit.

Ursprünge in der Antike

Der Ursprung des Eherings liegt so weit zurück, dass man ihn heute gar nicht mehr genau nachvollziehen kann. Sicher ist aber, dass Frauen schon in der Antike, bei den Römern und Ägyptern, Ringe trugen, die sie von ihren Ehepartnern geschenkt bekamen. Natürlich wird der Ring auch damals schon ein Symbol der ewigen Verbundenheit gewesen sein. Gleichzeitig kann er aber auch die Bestätigung des Mannes gewesen sein, die Mitgift der Frau erhalten zu haben.

Von links nach rechts

Seit der Antike bis ins 16. Jahrhundert hinein trug man den Ehering am linken Ringfinger. Als romantische Erklärung dafür gilt die so genannte Vena amoris, die Liebesader, die vom Ringfinger direkt zum Herzen führen soll. Heute werden die Eheringe traditionell an der rechten Hand getragen. Das ist zumindest in Deutschland, Österreich, Norwegen, Polen und einigen anderen Ländern so. Eingeführt hat diesen Wechsel angeblich Martin Luther mit seiner Reformation. Als Protest gegen die bisherigen Bräuche der katholischen Kirche entschied man sich, den Ehering an der rechten Hand zu tragen. Nachweise dafür gibt es allerdings nicht.

Der Ehering als Liebespfand

Was sich von der Antike bis heute gehalten hat, ist die Gravur. Schon in römischen Ringen findet man Schriften wie „Pignus amoris habes“ (Du hast meiner Liebe Pfand) und auch heute ist es üblich, vor allem den Namen des Partners und das Datum des Eheversprechens einzugravieren. Auch individuelle Sprüche sind sehr beliebt. Die heutige Technologie ermöglicht es sogar, den eigenen Fingerabdruck oder einen Spruch in eigener Handschrift zu gravieren.

 

In vielen Kulturen und Religionen ist der Brauch, Trauringe zu tauschen, ähnlich. So hat zum Beispiel auch im Judentum die Trauungszeremonie ähnliche Züge was das Tauschen von Ringen angeht. Hier steckt der Mann seiner Braut den Ring traditionellerweise an den Zeigefinger der rechten Hand. Da es in Deutschland allerdings üblich ist, den Ring am Ringfinger der rechten Hand zu tragen, kann man ihn bei der Zeremonie auch direkt an diesen Finger stecken.

Trauringe in der Kirche

Die Trauringe heil und rechtzeitig in die Kirche zu bringen, ist Aufgabe des Bräutigams oder des Trauzeugen. Dann werden sie entweder vor der Zeremonie an den Messner übergeben oder währenddessen von dem Trauzeugen an das Paar übergeben. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Ringe im feierlichen Einzug in die Kirche zu bringen. So können zum Beispiel die Blumenkinder oder der Nachwuchs des Brautpaares die Ringe auf hübschen Ringkissen für den Trauringwechsel bereithalten. Das ist ein großes Erlebnis für die Kleinen.

Auch im Standesamt können Ringe ausgetauscht werden!

Die Materialien: vom Eisen zu Gold und Platin

In der Antike wurden die Ringe meistens aus Eisen gefertigt. Heute verwendet man oft Silber und Gold, darunter Weißgold, Gelbgold oder Roségold.

Das momentan beliebteste Material ist Platin. Dieses Edelmetall ist das reinste und geradezu unzerstörbar. Durch seine Härte und Dichte hat Platin keinen Abrieb und umschließt Diamanten deshalb sicher. Weitere Vorteile zeigen sich in der Eigenschaft, dass Platin hypoallergen ist und sich daher perfekt für Menschen mit Allergien geeignet. Zudem behält ein Trauring aus Platin auch nach Jahrzehnten noch seine Farbe – er läuft nicht an und wird auch nicht dunkler.

Ein Ehering also, der beständig ist und für alle Ewigkeit für Verbundenheit steht.

Bei Trauringen aus Gold muss man beachten, dass sie niemals vollständig aus Gold bestehen. Das Material alleine ist viel zu weich für die Nutzung als Trauring und würde schnell abnutzen. Daher verwendet man für die Herstellung immer ein Gemisch aus Gold und anderen Metallen. An einem Stempel in der Innenseite des Rings, kann man das Verhältnis Gold zu Metall ablesen. Am häufigsten haben Eheringe einen Goldanteil von 18 Karat, was an dem Stempel „750“ zu erkennen ist, was soviel wie 75 % Goldanteil bedeutet. Ja geringer der Goldanteil desto preiswerter die Eheringe.